Radwanderung Polen, Tschechien und Deutschland

Radwanderung Polen, Tschechien und Deutschland

Tourenbericht Radwanderung – erster Abschnitt

Heute haben wir unsere erste Naturexkursion gestartet. Bei gutem Wetter startete unsere Radwanderung nach Norden den Oder-Neiße-Radweg entlang. Der Einstieg vom Bahnhof aus ist immer noch nicht ordentlich beschildert, aber wir wissen ja, wo es entlang geht. Im Moment gibt es hier ziemlich viel Pollenflug, überall am Fahrrad setzte sich der gelbe Blütenstaub ab. Durch das Neiße-Tal fuhren wir bis zum Kloster Marienthal, wo eine kurze Pause eingelegt wurde. Hier herrscht schon Betriebsamkeit, einige polnische Gäste unterhielten sich angeregt über die Klostergeschichte.

Unsere Radwanderung führte uns weiter Richtung Norden. Der Eisladen am Radweg in Leuba hatte leider noch zu. So ging es weiter bis an die polnische Grenze in Radmeritz (Radomierzyce) und dann an den Witka-Stausee bei Nieda (Niedow). Der alte Damm ist beim Hochwasser 2010 gebrochen und wurde wieder neu aufgebaut.

Ein Durchfahren des Witka-Geländes ist nicht mehr möglich, da es mittlerweile abgesperrt ist und das Erholungsgebiet neu strukturiert wird. Aber wir wollen ja eh an die Queis und fahren über Nebenwege nach Seidenberg (Zawidow), wo wir uns erstmal mit tschechischer (Kronen) und polnischer (Zloty) Währung eindecken. Ein Tausch ist leider an der Grenze in Radmeritz nicht möglich, da es keine Wechselstube mehr gibt. Bei der Gelegenheit machten wir eine kleine Rast auf dem alten Marktplatz.

Tourenbericht Radwanderung – Richtung Isergebirge

Jetzt verließen wir die Zivilisation und fuhren über Single-Trails, Feldwege und kleine Nebenstraßen weiter bis Marklissa (Lesna) und genossen unterwegs die phantastischen Aussichten ins Isergebirge.

Die ganze Gegend wird landwirtschaftlich genutzt und wir sind viele Kilometer alleine mit uns und der Natur. Die Trails sind größtenteils gut fahrbar, einzelne kurze Abschnitte haben wir die Räder geschoben. Ab und an geht es mal ein kurzes Stück steil hoch oder auf einem Wiesenpfad entlang. Die letzte langgezogene Abfahrt vor Lesna war etwas holprig, da diese als Wirtschaftsweg genutzt wird. Wir fuhren bis zur Staumauer unterhalb des Palac Czocha (ein sehr gutes Restaurant und Hotel) und haben erstmal die Gegend inspiziert.

Wir haben kurzfristig entschieden, hier auf dem Seecampingplatz zu übernachten und diese wunderschöne Gegend noch zu Fuß zu erkunden. Der Campingplatz hatte gerade die Saison eröffnet und der Grill war auch schon angefeuert. Unser Standplatz mit den Rädern war direkt am See.

Tourenbericht Radwanderung – zweiter Abschnitt

Am nächsten Tag waren wir erst nochmal wandern bevor wir unsere Radwanderung fortsetzten. Ein Abstieg an der Staumauer ist ein absolutes Muß … man kann auf beiden Seiten direkt an der Mauer ab- und aufsteigen. Dazu braucht man nicht einmal festes Schuhwerk, wir waren barfuß unterwegs.

Nachdem wir unsere Sachen gepackt und uns verabschiedet hatten, ging es weiter Richtung Lesna. Der alte Stadtkern ist sehr sehenswert und somit legten wir dort eine kleine Pause ein, die zum Fotografieren und Einkaufen genutzt wurde.

Tourenbericht Radwanderung – Single- und Mountainbike-Trails

Danach ging es weiter Richtung Süden, wir fuhren durch mehrere kleinen Orte einem Zufluß der Queis entlang zurück ins Gebirge. Dort führten uns Single-Trails und landwirtschaftliche Wege weiter bis nach Jindrichovice pod Smrkem (Heinersdorf an der Tafelfichte). Dieser Streckenabschnitt war auch mal ziemlich steil, somit war schieben angesagt. Von dort aus ging es auf dem Mountainbike-Singletrail zurück nach Polen. Wir kamen direkt in Wolimierz am Alten Bahnhof an.

Von hier aus ging es nach Bad Flinsberg (Swieradow Zdroj), wir wollten ja hoch zur Heufuder-Baude und dann zur Tafelfichte queren. Die Anfahrt zur Liftstation in Swieradow Zdroj zehrt an den Kräften, wir sind im Isergebirge gelandet. Stückweise haben wir geschoben. Die Auffahrt mit dem Kabinenlift war nach Absprache mit dem Betreiberpersonal möglich, somit konnten wir bis kurz unter die Baude fahren.

Jetzt ging es über den Bergkamm. Viele Schiebestücke durch die Streckenbeschaffenheit und auch aus Rücksicht gegenüber den Wanderern auf dem Trail führten uns bis zur Tafelfichte. Die Aussichten da oben sind unglaublich schön, wir hatten auch mit dem Wetter mehr als Glück.

Tourenbericht Radwanderung – der Abschluss

Wir hatten ihn somit erreicht. Den höchsten Punkt unserer Radwanderung. Ab jetzt ging es wieder abwärts und das mit Karacho. Die Abfahrt auf der Westseite hatte es in sich. Es ging mehrere Kilometer zurück in die Ebene mit zum Teil sehr steilen Abfahrten. Auf dieser Strecke befinden sich mehrere Mountainbike-Trails. Diese Abfahrt war schon ein Erlebnis für sich. So ging es bis an Raspenau (Raspenava) vorbei zurück Richtung Westen. Durch Friedland in Böhmen (Frydlant) und Hermsdorf (Hermanice) ging es wieder nach Polen, wo wir die Grenze in Reichenau (Bogatynia) passiert haben.

Nachdem wir durch Bogatynia gefahren sind ging es nochmal zurück nach Tschechien an der Burg Grabstein vorbei. So langsam wurde es dunkel und wir sind entlang der Neiße weiter bis zum Krystina-See in Grottau (Hradek nad Nisou) gefahren. Dort gab es noch eine kurze Pause und weiter ging es zurück nach Zittau. Halt … natürlich nicht, ohne von Tschechien nochmal kurz einen Abstecher nach Polen zu machen. Am Dreiländerpunkt führt der Weg noch ein kleines Stück durch Polen, ehe man über den Grenzübergang Friedensstraße nach Zittau kommt.

Der zweite Streckenabschnitt unserer Radwanderung war doch recht anstrengend und wir sind ziemlich geschafft aber glücklich wieder angekommen. Diese Tour ist als Wochenendtrip super geeignet.

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